Vancouver:

Wer nach Vancouver reist, wird bald erkennen, warum dieses Land inmitten des Regenwaldes bereits drei Jahrtausende vor der „Entdeckung“ durch Captain Cook 1778 von der hoch entwickelten Kultur der Salish-Indianer besiedelt worden ist. Nach der „Inbesitznahme“ durch seinen 2. Offizier George Vancouver für die englische Krone 1792, folgten über die Jahrzehnte Menschen aus aller Herren Länder. Deren Pioniergeist ist es zu verdanken, dass die Stadt mit Ihrer heutigen Ausdehnung aus dem Urwald empor wachsen und zu einem liberalen Schmelztiegel europäischer, fernöstlicher und asiatischer Kultur entwickeln konnte. Die Lage zwischen der fischreichen Strait of Georgia, den üppigen und artenreichen Wäldern der Coast Mountains und dem fruchtbaren Fraser-Delta, haben es Handels- und Forstunternehmen ermöglicht, die inzwischen über 2 Mio. Einwohner zählende Metropole zu einem der bedeutendsten Handelposten an der nordamerikanischen Westküste erblühen zu lassen. Die unmittelbar an das quirlige Leben der Großstadt anschließenden Strände der English Bay, der tief in das Landesinnere einschneidende Fjord des Indian Arm, die Ski- und Wandergebiete der Grouse Mountains oder der Stanleypark am Rande der Innenstadt schaffen einen sanften Übergang in die faszinierende Wildnis Kanadas. Wo sich tagsüber

Menschen auf den Wiesen der zahlreichen Parks sonnen, kassieren nachts Waschbärfamilien die Miete für Ihr Land und lassen die Deckel der Mülltonnen scheppern, um die Menschen daran zu erinnern, dass sie inmitten der weiten Wildnis des zweitgrößten Landes der Erde leben. Und die Menschen haben es nicht vergessen. Obwohl oder gerade weil keine 10 km entfernt Wale auf ihren Wanderungen die Küste passieren, gelingt im Vancouver Aquarium die Geburt eines Schweinswals und die ganze Stadt feiert den Anlass mit Plakaten und Fahnen in den Strassen mit den Worten: „It´s a boy“: eine große Familie eben. Wen wundert es da, dass Vancouver die Geburtsstätte von Greenpeace ist und sich vor der Küste mehr Wale-Watching-Boote tummeln als Fischerboote?

Stadtinfo:

Einwohnerzahl Vancouver Stadt: 603.502 (2011)

Einwohnerzahl Metropolregion:

2,25 Mio.

Provinz:

British Columbia

Amtssprache:

Englisch

Wetter:

Ozeanisches (Küsten-) Klima, 1150 mm Niederschlag / Jahr, Januar: 1-6°C Juli: 13-.22°C (das Thermometer geht im August und September auch gern einmal über 30°C.

Öffentliche Verkehrsmittel:

Busse: Fahrkarten kauft man direkt vorn beim Fahrer. Das Geld muss man passend haben, es wird kein Wechselgeld herausrausgegeben. Spartickets (FareSaver) erhält man zudem an Verkaufsstellen wie 7-Eleven, Safeway oder London Drugs.

Skytrain & Seabus sind eine abwechslungsreiche Alternative. Der Skytrain ersetzt inzwischen den Airporter-Bus und bindet den Flughafen direkt an den CP-Bahnhof Downtown an. Der Seabus verbindet das Centrum mit Nord-Vancouver und die False Creek Ferry Granville Island mit Süd-Vancouver.

Küche:

Ein kanadisches Nationalgericht im klassischen Sinne gibt es nicht. Die ethnische Vielfalt spiegelt sich auch hier bei der Auswahl der Gewürze aus aller Welt wieder und kombiniert frischen Fisch aus dem Ozean vor der Haustür mit Gemüse und Salaten aus dem Fraservalley, süßen Früchten und einem hervorragenden Weißwein aus dem Okanagantal. Wer Fisch mag und ein typisches Gericht aus der Region probieren möchte, kommt nicht an einem auf indianische Art über Zedernholz gedünsteten Silberlachs vorbei, wenn auch noch viele andere Meeresfrüchte wie Muscheln, Krabben und Heilbutt auf der Speisekarte zu finden sind. Wer Fleisch bevorzugt, ordert ein saftiges „rib eye steak“ oder ein zartes Lendenstück (sirloin steak) von den frischen Weiden Albertas. Für besonders beliebte Lokalitäten empfiehlt es sich, eine Reservierung vorzunehmen, um sich nicht in die Schlange geduldig Wartender einreihen zu müssen. Hat man keine Reservierung ist es üblich vom Ober an einen freien Tisch geführt zu werden („wait to be seated“). Essen kann man fast überall gut, sodass bei der Wahl des Etablissements die Aussicht entscheidender für den Genuss sein kann, als die servierten Speisen. Beides in idealer Kombination bietet das historische Ambiente des Fishhouse im Stanley Park, 8901 Stanley Park Drive oder das Cardero's Restaurant & Live Bait Marine Pub direkt am Coal Harbour, 1583 Coal Harbour Quay.

Rodeo:

Der Nationalsport der Kanadier ist das Eishockey und wird regelmäßig an den Wochenenden im der Kampfarena der Vancouver Canucks in der Rogers Arena, 800 Griffith Way, in unmittelbarer Nachbarschaft zum BC Place Baseball Stadion, zelebriert. Etwas Besonderes ist allerdings im Mai das Cloverdale Rodeo am Victoria Day Weekend, 6050A-176th Street, dass man von der Skytrain-Station in Surrey mit einem eigens eingerichteten Shuttle-Bus-Service erreicht. Neben Cowboys, die von Pferden geworfen werden, gibt es im Rahmen des Volksfestes eine Vielzahl unterschiedlichster Attraktionen zu erleben.

Einkaufen:

Zum Bummeln eignen sich besonders die kleinen Geschäften in Gastown, Chinatown und Granville Island. Um ein wenig in Antiquitätengeschäften "rumzustöbern", bietet sich die Mainstreet an oder man besucht eine der Auktionen im überdachten „Flohmarkt“ in einer alten Lagerhalle1. Die klassische Einkaufsmeile für Luxusgüter wie in jeder anderen Großstadt, ist der Bereich um die obere Robson Street. Um richtig billig zu "shoppen", wagt man, wie viele Einheimische auch, den Sprung in die Nahe USA. Bereits am Grenzübergang warten die ersten Malls mit reichhaltigem Sortiment auf Käufer.

Autorentipp:

Vancouver FleaMarket, 703 Terminal Ave., Saturday : 9 am – 5 pm, Sunday: 9 am – 5 pm, Holidays: 10 am – 4 pm

Downtown:

Im Dreieck zwischen Stanley Park im Westen, Granville Island im Süden und dem Canada Place im Norden ist der „Landing Area“ für die meisten Besucher und die Gäste der namhaften Hotels. Ganz in der Nähe des Canadian Pacific Bahnhofs, den auch der Seabus und der Skytrain anfahren, befindet sich der zur Weltausstellung 1986 errichtete Canada Place und das neue Waterfront Conference Centre. Beides architektonisch beeindruckende Bauten mit Blick über die Waterfront und auf fast ganzjährig verschneite Berggipfel. Dort laufen die großen Kreuzfahrtschiffe das Kreuzfahrtterminal und Frachter Kajen an, an denen Kräne ihre Hälse Dinosauriern gleich von weither sichtbar in den Himmel zu strecken scheinen. Dazwischen kreuzen Freizeitkapitäne mit Segelbooten, kapitale Yachten der Schönen und Reichen, Ausflugsboote und Fähren nach Nord Vancouver. Für spannende Momente sorgen in diesem Getümmel in waghalsig scheinender Weise startende und landende Wasserflugzeuge, die die weniger zugänglichen Regionen in den Bergen mit Fracht, Post oder nach Ruhe und Einsamkeit strebenden Gästen versorgen. Was an Wasserfahrzeugen eigentlich nur noch fehlt, sind U-Boote. Die werden von der heimischen Atlantis Submarine LTD als Ausflugsboote lediglich in die Unterwasserwelten der Kanaren, Mallorcas, Südkoreas und der Karibik exportiert. Vorort kommen sie leider nicht zum Einsatz, da sich der ein oder andere Riesenkalmar vor der Stadt schon einmal gern eines Tauchroboters zu bemächtigen versucht. Einen hervorragenden Überblick über die atemberaubende Kulisse bietet die Aussichtsplattform im 40. Stock des Harbour Center Lookouts in 167m Höhe. Die Haupteinkaufsmeile befindet sich entlang der Robson Street zwischen Bute Street im Westen und der Howe Street im Osten. Frau hat die Wahl zwischen einer unglaublichen Anzahl an Schuhgeschäften und Schuhgeschäften. Was man dort an Top-Labels nicht findet, halten das Kaufhaus Sears oder die sich unterirdisch zwischen Robson Street und Pender Street fortpflanzende Shoppingmall des Pacific Center vor. London, Paris, Vancouver eben. Für Powershopper, deren Hotel südlich dieser Linie steht, empfiehlt sich, die Einkaufstour hier zu beginnen, um die Tüten bergab und nicht die ganz unerhebliche Steigung am Abend eines erschöpfenden Einkaufserlebnissen die Robson Street in Richtung Osten bergauf schleppen zu müssen. Für Kunstliebhaber findet sich Downtown Kanada´s bedeutendstes Kunstmuseum, die Vancouver Art Gallery im ehemaligen Gerichtsgebäude am Robson Square. Bei schönem Wetter baden Besucher wie einheimische Büroangestellte in der Mittagspause im Schatten der Bäume gern Ihre Füße im Brunnen, fangen die Sonnenstrahlen auf der Wiese vor dem Museum ein oder schauen Skatern und Straßenmusiker bei Ihren Kunststücken zu. Nie weit von den renommierten Hotels und Bürokomplexen entfernt, findet man überall kleine Coffeeshops, Cafés und Restaurants für jeden Geldbeutel. Das nächtliche Entertainment findet Downtown entlang der Granville Street statt. An die großen Theater, Kinos und Konzerthallen der 50er Jahre erinnern allerdings nur noch die am Orpheum Theater im Fußweg eingelassen Kupfertafeln mit den Namen ausgewählter Künstler, die sich einst hier präsentierten.

Tipp: Am Sportboothafen in Downtown Vancouver kann man Boote mieten und den Indian Arm Richtung Westen hinauf fahren. Das Führen der Boote ist ohne Bootsführerschein möglich. Die größte Herausforderung liegt auf der Rückfahrt im Anlegen an den Ponton der Tankstelle, wo das Boot wieder aufgetankt werden muss, wenn man sich das Geld für den Betankungsservice sparen möchte.

Westend – Gateway zum Stanley Park:

Das Westend zwischen Coal Harbour und der English Bay ist die ideale „Neigbourhood“ nach einem anstrengenden Flug. Die Denman Street bietet in einem der dichtest besiedelten Stadtteile Vancouvers eine abwechslungsreiche und lebendige Flaniermeile mit einer Vielzahl an Coffee Shops, feinen Restaurants und Läden für die kulinarische Erstversorgung nach dem Bordmenü. Die Strasse fällt in südwestlicher Richtung sanft ab und lässt einen beinahe automatisch den Stränden am Pazifik entgegen streben. Dort offenbart sich einem ein wunderschöner Blick auf die Strait of Georgia mit Frachtern auf Reede und einer die Lebensgeister weckenden Meeresbrise inmitten des quirligen Treibens von Feierabendsportlern und talentierten Kleinkünstlern. Das Viertel besticht durch seine lockere und unbefangene Atmosphäre und vermittelt einen ersten Eindruck von der multikulturellen Vielfalt als Teil der hohen Lebensqualität der Stadt. Wer nicht nur die Seele baumeln lassen, sondern aktiv werden möchte, leiht sich an der Ecke Denman Street / Robson Street ein Fahrrad oder macht sich zu Fuß vorbei an der Lost Lagoon auf in den Stanley Park.

Stanley Park

Aufgrund der militärischen Bedeutung von den Sägen der Holzfäller verschont geblieben, wurde die vom Regenwald bedeckte Halbinsel mit der Gründung Vancouvers 1886 in einen Park umgewandelt. Mit über 400 ha präsentiert sich die grüne Lunge Downtowns wie ein riesiges Freilichtmuseum unter dem Blätterdach Jahrhunderte alter Urwald-Mammutbäume. Ein weit verzweigtes Rad- und Wanderwegenetz oder die Ringstrasse, der Park Drive, führen vorbei an Botanischen Gärten, Naturlehrpfaden und den Totem Pfählen der „Menschen vom Fluß“ oder Sto:lo, wie sie sich selbst nennen. Lange bevor ein Europäer seinen Fuß auf das Land setzte, feierten die Indianer hier ihre „Potlachs“, tauschten Geschenke aus und hinterließen Totems mit den in Holz geschnitzten Geschichten von mystischen Tieren, Ihren Vorfahren und deren Taten. Die Hauptattraktionen im Park ist das Vancouver Aquarium mit Belugawalen, die in einem riesigen Bassin hinter Glas ihre Bahnen ziehen. Auf der anderen Seite der Halbinsel, am Prospect Point und dem gleichnamigen Cafe´, eröffnet sich ein herrlicher Blick über die Hafeneinfahrt hinweg auf die Lions Gate Bridge und das gegenüberliegende Ufer von Nord-Vancouver. Gegen Abend hat man die Wahl, von den Liegewiesen einer der Badestrände am Second oder Third Beach den Sonnenuntergang über dem Meer zu betrachten oder am Ufer des Burrard Inlets im glitzernden Schein der Lichter Seehunde dabei zu beobachten, wie sie Menschen beobachten.

Gastown:

Gastown schließt sich im Osten an Downtown an und gilt als Geburtsstätte Vancouvers Der Stadtteil ist nach dem Dampfschiffkapitän „Gassy Jack“ Deigthon bzw. der von ihm 1867 eröffneten Kneipe „Gassy´s Jack“ benannt. An die glorreiche Zeit der Dampfschifffahrt erinnert heute nur noch die erste dampfbetriebene Steam Clock, die zu jeder vollen Stunde aus 5 Pfeifen den Glockenschlag des Big Ben nachahmt und damit zur meist fotografierten Sehenswürdigkeit der Stadt avanciert. Nach einer Feuersbrunst 1886, der Anbindung der Stadt an das landesweite Schienennetz und der damit verbundenen Bedeutungslosigkeit der Dampfschifffahrt, war das Viertel bis Mitte der 60er Jahre völlig herunter gekommen. Aus den zerfallenen Lagerhallen und verslumten Straßenzügen hat sich Gastown aus den Ruinen erhoben. Viele der restaurierten oder im victorianischen Stil neu errichteten Gebäude beherbergen seither eine Vielzahl von kleinen Geschäften und Bars. Letztere werden von Einheimischen ebenso wie Touristen reichlich frequentiert und haben damit ein neues Trendviertel rund um den Mapple Tree Square entlang der Waterroad  entstehen lassen.

Shoppingtipp: Nicht enttäuscht sein, wenn sie unter dem im Souvenirshop erstandenen Grizzlybären aus Jade ein Schild mit dem Aufdruck „Made in China“ entdecken. Der grüne Schmuckstein stammt mit hoher Wahrscheinlichkeit aus einer der größten Jadevorkommen ca. 1.800 km nördlich an der Grenze zum Yukon.

China Town

Östlich von Gastown zwischen Pender & Main Street schließt sich das wuselige Chinatown mit seinen verwinkelten Geschäften, engen Gassen und exotischen Märkten für allerlei Kurioses an. Von den allseits bekannten batteriebetrieben winkenden Glückskatzen, über Meeres- und Tropenfrüchte, deren Herkunft und Verwendungszweck sich dem gemeinen Mitteleuropäer nicht unmittelbar erschließt, bis hin zu Aphrodisiaka mit fragwürdiger Wirkung, werden allerlei Waren aus Fernost am Straßenrand gehandelt, was den Charme eines Einkaufsbummels in dieser Gegend ausmacht. Nach 1 1/2 Jahrhunderten der Diskriminierung und Ausbeutung bleibt die über 100.000 Seelen zählende Gemeinde der Chinesen gern unter sich. Entsprechend sind die Straßenschilder und Hausnummern in chinesischen Schriftzeichen gehalten. Es sind die Nachfahren von Gleisarbeitern, die beim Bau der transkontinentalen Eisenbahn in den Jahren zwischen 1881 bis 1858 über den Kicking Horse Pass und später während der großen Goldrausches als Träger zu Tausenden ihr Leben gelassen haben. Und doch waren sie unentbehrlich für den wirtschaftlichen Aufschwung des Westens und haben sich so Ihre Anerkennung, Gleichstellung und Integration mit viel Blut und Schweiß hart erarbeitet .Man braucht nur den bunten Fahnen und Straßenschildern der Silk Road Route zu folgen, um zu den bekanntesten Sehenswürdigkeiten wie dem nur 1,80m breiten und damit kleinsten Geschäftshaus der Stadt, dem Sam Kee Building, dem Chinatown Night Market oder dem Dr. Sun Yat-Sen Garden zu gelangen. Dieser 1986 zur Expo als erster von chinesischen Gärtner außerhalb Chinas angelegte Garten ist eine Oase der Ruhe, auf dessen Wegen zwischen Blumen und Bäumen, arrangiert nach Vorbildern aus der Ming Dynastie, die "Harmonie der Elemente" das eigene Ying & Yang inmitten des Trubels der Metropole zu ordnen versucht. Für die Chinesen scheint das zu funktionieren. Die reichsten unter ihnen kaufen inzwischen ganze Straßenzüge in Vancouver auf und laufen langsam aber sicher den Japanern den Rang ab.

Granville Island und Vanier Park

Aus den verwaisten Resten einer blühenden Industriekultur neu erfunden, hat es die Stadtverwaltung mit Unterstützung ihrer Bürger geschafft, eines der erfolgreichsten Revitalisierungs- / Stadtsanierungsprojekte zu einem grandiosen Erfolg zu führen. Auf den Anfang des 20. Jahrhunderts künstlich in den Sümpfen der False Creek-Mündung für die Eisen- und Schiffbauindustrie aufgeschwemmten Sandflächen hat sich in dem ehemaligen Industriegebiet eine Mischung aus Gewerbe-, Wohn- und Freizeitnutzung entwickelt., Im Sommer lockt dies ganze Heerscharen von Besuchern mit der Fähre von Downtown herüber zu einem Einkaufsbummel, Galerie- und Theaterbesuch oder ein Kitsilano Maple Cream Ale mit einem Schuss kanadischem Ahornsirups aus der Granville Island Brewery am Bootshafen. Zentraler Mittelpunkt ist der überdachte Public-Market, ein stetiger Quell kulinarischer Leckereien und berühmt für die dort servierten Cappuccini. Neben dem Besuch des kleinen Schifffahrts- und Eisenbahnmuseums bietet sich mit Kindern bei ausreichend dimensioniertem Nervenkostüm eine Stippvisite des Kids Only Market an. Für die schwachen, flehenden Kinderaugen allzu oft Erlegenen liefert die Granville Island Toy Company auch direkt ins Hotel. Entlang der Seaside Bicycle Route gelangt man in den Vanier Park, der neben den Parks der University of British Columbia (U.B.C.) und dem Nudistenstrand am Wreck Beach mit einem schönen Blick auf das West End Vancouvers mit einer Reihe interessanter Museen aufwartet. Wer zu den Sternen greifen möchte, ist gut im Mac Millan Space Centre aufgehoben. Tiefseeforscher können sich im Maritime Museum auf eine Reise in die Tiefe der Meere begeben. Um die kulturgeographischen Kenntnisse zu vertiefen, ist man in den Archiven des Vancouver Museums bestens aufgehoben. Wer den an der Robson Street frisch erworbenen Bikini der Weltöffentlichkeit präsentieren möchte, zieht weiter entlang der Strandpromenade zum beliebtesten Strand der Stadt, dem Kitsilano Beach mit Meerwasserpool zum Schutze vor hungrigen Killerwalen, die man mit etwas Glück gelassen von hier aus beobachten kann.

Ausflüge in das Umland von Vancouver

Vancouver ist ein Synonym für Fernweh. Hier braucht man eigentlich keine Inspiration durch Bücher oder Filme, um Tatendrang zu verspüren. Man braucht nur morgens aus dem Fenster seines Hotelzimmers auf die glitzernden und endlos scheinenden Weiten des Pazifiks im Westen oder die schimmernden schneebedeckten Kuppen der Grouse-Mountains im Norden zu schauen und es zieht einen hinaus. Wer sich nicht entscheiden kann, in welche Richtung er aufbrechen möchte, nimmt am Abend zuvor sein Dinner im Cloud 9*1, einem Restaurant im 42. Stock des Empire Landmark Hotels, dass sich in einer Stunde um 360° dreht und einen fantastischen Rundblick und die Wahl der Reiserichtung ermöglicht.

Autorentipp:

Cloud 9: 1400 Robson Street, Vancouver BC V6G 1B9. Dinner ab 5 pm.

Richtung Norden: Sunshine Coast und See To Sky Highway

Der Norden Vancouvers gilt als das Tor zur Wildnis. Den Trans Canada Highway (TCH) über den Burrard Inlet folgend, überquert man die Iron Workers Memorial Bridge, deren Name den bei der Erbauung ertrunkenen Arbeitern gewidmet wurde, die nach einem Absturz von ihren schweren Werkzeuggürteln in die Tiefe gezogen wurden. Eine romantische Bergstraße schlängelt sich den Mount Seymour zum gleichnamigen Provincial Park hinauf und bietet bereits am Wegesrand vielerlei Möglichkeiten zum Spazierengehen, zum Wandern oder zu einem Picknick im Duft der Douglasien und Hemlocktannen. Im Winter gehört die Region ebenso wie die Grouse Mountains weiter im Westen zu den Skigebieten direkt vor der Haustür der Stadt. Die Talstation der Grouse Mountain Seilbahn erreicht man bequem mit Fähre und Bus von Vancouver aus. Mit ein bisschen Glück sieht man Bären durch den Wald streifen und die Aussicht auf die Metropole bei gutem Wetter entschädigen für den hohen Preis des bequemen Aufstiegs. Ein kleines aber kalkulierbares Abenteuer hält die Capilano Suspension Bridge bereit. Die frei schwebende Hängebrücke überspannt auf 167m Länge den Capilano River in 70 m Höhe. Wem der Adrenalinschub noch nicht ausreicht, klettert auf den Baumwipfelpfaden der Treetops Adventures entlang durch die Baumkronen und betrachtet den Park mal aus der Eichhörnchen-Perspektive.

Reisenden weiter hinauf in den Norden sei empfohlen, nicht den TCH, sondern den Marine Drive entlang der Küste zu nehmen. Vorbei am Lighthouse Park führt die Straße vorbei entlang romantisch gelegener Wohngebiete bis nach Horshoe Bay, einem kleinen Vorort, wie man ihn sich für Nordamerika vorstellt. Hektisch wird es nur, wenn die Fähre von Nanaimo auf Vancouver Island oder den Gulf Island kommend einige Dutzend Camper und Trucks ausspuckt.

Die meisten davon biegen allerdings schnell auf den TCH in Richtung Vancouver ab und bald kehrt wieder Ruhe ein.

Folgt man der 99 weiter entlang der Sunshine Coast, welche ihren Namen übrigens der Tatsache zu verdanken hat, dass sich die Wolken meist an den Coast Mountains abgeregnen und der Jahresniederschlag mit ca. 250 mm weit unter den Werten von Vancouver mit über 1000 mm liegt, erreicht man nach 50 km Squamisch. Die in Navigationssystemen angegebenen 45 Min. Fahrzeit gilt natürlich nur, wenn man unterwegs der optischen Reize wegen nicht ständig anhält. Vom Wasser aus kann man diese mit einem Kombiticket für eine Bahn- und Bootsfahrt direkt von Coal Harbour aus genießen. Jede Menge historische Züge warten dann in im Squamish Railway Museum, dessen Name auf eine der First Nations (Ureinwohner) Kanadas zurück geht.

Dahinter beginnt der Sea to Sky Highway. Der Name ist Programm. Hat man auf den steilen Serpentinen das Meer aus dem Rückspiegel verloren, offenbart sich einem bald die durch ihre raue Schönheit bestechende Bergwelt der Cassier Mountains.

 

Ausflüge Richtung Süden: Mt. St. Helens und Seattle

Die US-amerikanische Grenze ist lediglich 42 km von Vancouver entfernt. Die Unterschiede zwischen Kanadiern und US-Amerikanern scheinen hingegen erheblich größer. Von Tsawassen, einem der Fährhäfen im Großraum Vancouver, gelangt man auf einer wunderschönen Fährpassage nach Sydney. Bei schönem Wetter könnte man glauben, von Delfinen und Walen begleitet tatsächlich die australische Küste anzulaufen. Die Fahrt durch die Vancouver Island (siehe Vancouver Island) vorgelagerten Inseln ist traumhaft schön. Auf dem Weg in die USA geht die Reise zunächst mit dem Auto weiter über Victoria, der Hauptstadt British Columbias, bevor man übersetzt nach Port Angeles, um in den Olympic National Park und zu dem immer noch aktiven Vulkan Mount. St. Helens zu gelangen. Ist die Lust am Großstadtleben ungetrübt, nimmt man direkt Kurs auf Seattle. Mit einem Niederschlagswert von 875mm pro Jahr ist dies eine der regenreichsten Regionen der USA. Was mag Bill Gates bewogen haben, sein „Imperium“ in Redmond, einem Vorort von Seattle, zu errichten und nicht wie so viele andere erfolgreiche Unternehmen in das sonnige Kalifornien zu verlegen? Ein Blick auf die grandiose Kulisse der Olympic Mountains und die endlos scheinende Weite des Pazifiks mag der Grund für die Inspiration der Mitarbeiter von Microsoft gewesen sein, Barrieren zu überwinden und mit den Menschen auf den gegenüberliegenden Kontinenten die gleiche (Computer-) Sprache zu sprechen.

Ebenso kann es aber auch die Tatsache gewesen sein, dass bei dem miesen Wetter die Entwickler lieber fleißig in Ihren Büros gearbeitet haben, anstatt surfen zu gehen.

 

 

Ausflüge Richtung Westen: siehe Vancouver Island

to be continued…

Ausflüge Richtung Osten: siehe Rocky Mountains / Nationalparks

to be continued…